Geschichte Oberstaufen

 

Bewegte Zeiten – die Geschichte Oberstaufens
Bis auf die Kelten geht die Geschichte Oberstaufens zurück, das 868 erstmals schriftlich erwähnt wurde. Der Ort erlebt eine wechselvolle Geschichte mit Phasen von wirtschaftlichem Wohlstand, aber auch geprägt von Krieg und Krankheit.

Kelten, Römer und das Kloster St.Gallen – der Anfang des Ortes

Die Geschichte Oberstaufens beginnt sicher nicht erst mit seiner ersten Erwähnung. Die Nennung von "stoufen" in einer Urkunde des Klosters St. Gallen vom 20. Dezember 868 ist das erste schriftliche Zeugnis für Oberstaufen. Der Name leitet sich vom althochdeutschen Wort für Kelch ("stouf") ab. Der Berg Staufen hat die Form eines umgedrehten Kelches.
Der Ort bestand aber sicher schon vor dem frühen Mittelalter, denn das Alpenvorland war von Kelten besiedelt und auch römische Verkehrswege führten hier vorbei.

Burg und Markt im Mittelalter
Im Mittelalter erbauten die Ritter von Schellenberg, die hier großen Grundbesitz hatten die Burg Staufen. Herrschaft und Burg gingen 1311 an Hugo von Montfort über, einen mächtigen Staatsmann und Minnesänger. Die Erhebung zum Markt 1453 war ein wichtiges Ereignis für die Stadt, denn die Erlaubnis einen oder mehrere Märkte abzuhalten, stärkte die wirtschaftliche Bedeutung des Ortes. Seine Leidenschaft für die Jagd führte König Maximilian I., genannt der letzte Ritter, 1507 nach Staufen, wo er das Jagdrevier am Hochgrat und das Schloss Staufen besuchte.

Not in Staufen: Bauernkrieg und Pest

Als um 1525 die Bauern im ganzen süddeutschen Raum gegen ihre schlechten Lebensbedingungen aufbegehrten, traf das auch den Adel in Staufen: In den Kämpfen wurde das Schloss von den Aufständischen niedergebrannt. Der hochadligen Familie von Königsegg fiel Staufen 1573 zu, wo es auch bis 1805 verblieb.
Es folgte eine dunkle Zeit, in der Krieg, Armut und Krankheit das Leben prägten. Zahlreiche Regimenter zogen im Dreißigjährigen Krieg von Staufen her durch das Konstanzer Tal. Die Soldaten zerstörten und plünderten den Ort und schleppten die Pest ein: Von Mai bis Dezember 1635 starben in Staufen 350 Kinder und 356 Erwachsene an der furchtbaren Seuche. Auf diese schwere Zeit geht auch der "Staufner Fasnatziestag" zurück.

Aus Staufen wird Oberstaufen
1805 kam Oberstaufen an das Königreich Bayern und wurde dem Landgerichtsbezirk Immenstadt zugeordnet. Die bayerische Landesregierung beschloss 1892 die Umbenennung von Staufen in Oberstaufen. Im Zuge der Gemeindereform 1972 wurden die Gemeinden Aach, Thalkirchdorf und Oberstaufen zum neuen Markt Oberstaufen zusammengeschlossen.

 

In einer Beurkundung des Klosters St. Gallen vom 20 Dezember 868 n. Chr. wird der Ort Stoufun erstmals erwähnt. 1806 erfolgt der Anschluss Staufens an das Königreich Bayern und die Eingliederung in den Landgerichtsbezirk Immenstadt. Die ehemalige Herrschaft Staufen, die aus drei Pfarreien und einem Benefiziat bestanden hatte, wurde mit Gemeindeedikt vom 24.9.1808 in vier politische Gemeinden gegliedert: Staufen, Aach, Stiefenhofen und Thalkirchdorf.

Am 12. Oktober 1853 erfolgte mit der Eröffnung der Bahnlinie Immenstadt-Lindau der Anschluss Oberstaufens an das deutsche Eisenbahnnetz. Durch die Eisenbahnstation erlebte Oberstaufen einen neuen wirtschaftlichen Impuls und Ranggewinn.

Einer der ersten Werbeprospekte von Oberstaufen erschien vermutlich im Jahre 1895, in dem Oberstaufen als Luftkurort bezeichnet wurde. In der Erschließung des Kgl. Staatsministeriums des Inneren vom 6. Mai 1918 wurde die Erhebung einer Kurabgabe in der Marktgemeinde Staufen widerruflich genehmigt. 1949 führte der Kurarzt Dr. med. Herman Brosig die Schrothsche Heilkur ein. Dies war der Beginn eines ganzjährigen Kurbetriebs von ungeahntem wirtschaftlichen Auftrieb im Ort. Die durchwegs aus gut verdienenden Kreisen stammenden Schrothkurgäste boten auch eine Chance für die einheimische Geschäftswelt. Die Nachfrage nach Waren gehobener Art führte rasch zur Entwicklung von vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten. Mit der Verleihung des Prädikats Schrothkurort am 30. November 1959 durch den bayer. Fachausschuß für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen in München wurde Oberstaufen offiziell als einziger Schrothkurort der Bundesrepublik anerkannt. Einen weiteren Schritt von erheblicher Bedeutung erlebte der Kurort Oberstaufen mit der im Jahre 1965 erfolgten Eröffnung der Kuranstalt Malas.

In die Zeit nach der Währungsreform von 1928 bis in die 70er Jahre fällt ein Boom bei der Entstehung von Zweitwohnsitzungen und Eigentumswohnungen, deren Massierung dem Ortsbild weniger zuträglich war. Am 10. Dezember 1969 erfolgte durch den Bayer. Fachausschuß aufgrund vorheriger langjähriger Messungen und Untersuchungen die Anerkennung Oberstaufens als Heilklimatischer Kurort. Im Zuge der von der Bayer. Staatsregierung eingeleiteten Gemeindegebietsreform kam es zur Auflösung der drei bisherigen Gemeinden und deren Zusammenschluß zum Markt Oberstaufen mit Wirkung vom 1.1.1972.

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