Funkenfeuer im Allgäu

Fertig gebauter Funkenturm im Allgäu

Funkenturm mit Funkenhexe

Anzünden des Funken

Funkenturm in Flammen

Funkenfeuer - eine Tradition im Allgäu zum Austreiben des Winters

In der Region Allgäu wird heute noch ein alter germanischer Brauch gepflegt - das Funkenfeuer!

Traditionell ist der erste Sonntag nach Fasching der "Funkensonntag" - er beendet die Faschingszeit und ist der erste Sonntag in der Fastenzeit.

Am Funkensonntag wird nach altem Brauch der Winter mit einem Funkenfeuer ausgetrieben.

Dazu bauen die Männer der einzelnen Ortschaften den Funkenturm, die teilweise bis zu dreissig Meter hoch sein können. Brauch ist es, am Faschingsdienstag eine Funkentanne zu schlagen, die in den meisten Orten auf einer Anhöhe aufgestellt wird; dann werden am Samstag um diese herum alte Weihnachtsbäume und trockenes Holz zum Scheiterhaufen gestapelt. Auf den fertigen Turm kommt dann die "Funkenhexe", die von den heimischen Mädchen aus Heu oder Stroh gebastelt wird, und die in ihrem Innern einen Ballon hat, der, wenn das Feuer bis ganz nach oben geschlagen ist, einen lauten Knall ertönen lässt.
Während des Turmbaus versorgen die Mädchen die fleissigen Turmbauer mit Kaffee und Kuchen, denn die halten die ganze Nacht von Samstag auf Sonntag Wache bei den Funken, damit niemand aus den Nachbargemeinden die Chance hat den Funken schon anzuzünden.

Am Funkensonntag dann, versammeln sich die Dorfbewohner und schaulustige Gäste um den Funken, der dann nach Einbruch der Dunkelheit entzündet wird. Nachdem sich die Flammen ihren Weg gesucht haben, immer höher und höher schlagen und der laute Knall des Ballons in der Funkenhexe ertönt, ist der Winter symbolisch verabschiedet, und alle bösen Geister vertrieben.

Dies feiern Gäste und Dorfbewohner dann ausgiebig mit Glühwein, den leckeren "Funkekiachle", die speziell für diesen Tag gebacken werden, und geniessen das romantische Funkenfeuer unter dem Oberallgäuer Nachthimmel.

Video Funkenfeuer im Allgäu

Funkekiachle, Funken-Kiachle, Funkenküchle

Rezept: Funkekiachle, Funken-Kiachle, Funkenküchle

  • 40 g Hefe
  • 500 g Mehl
  • 80 g Zucker
  • 70 g Butter
  • 2 Eier
  • 1/8 l Milch
  • 1 Prise Salz und ein wenig Zucker, oder Zimtzucker zum Bestreuen der fertigen Küchle

Man lässt die Hefe in ein wenig lauwarmer Milch gehen, gibt sie dann mitten in das mit dem Zucker vermischte Mehl und lässt den Teig ca. 30 Min. gehen. Dann gibt man Butter, Eier, die restliche Milch und die Prise Salz dazu. Alles gut miteinander verkneten bis der Teig Blasen wirft. Anschliessend nochmal eine Stunde gehen lassen und dann große, ovale Stücke abschneiden, die man auf ein mit Mehl bestreutes Brett setzt und wieder eine halbe Stunde gehen lässt.
Danach zieht man den Teig unter ständigem Drehen von der Mitte her nach außen, so dass sich außen ein gewölbter, dicker Rand bildet,
das runde Innenfeld ("Fenster") aber hauchdünn bleibt. Die Küchle dann sofort im schwimmenden Fett ausbacken und noch heiß mit Zucker oder Zimtzucker bestreuen.

Viel Spaß beim Backen und Guten Appetit!

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